Die sieben Regeln des Verstandes
nach Gerald F. Kein, Omni Hypnosis Training Center®
Wußten Sie, daß Ihr Verstand nach ganz speziellen Regeln arbeitet? Wenn Sie diese Regeln verstehen, dann können Sie besser verstehen, warum sich Menschen auf eine bestimmte Art und Weise verhalten oder so reagieren, wie sie reagieren.
Regel Nr. 1
Jeder Gedanke und jede Idee bewirken eine physische Reaktion.
Ihre Gedanken können alle Funktionen Ihres Körpers beeinflussen. Sorgen lösen Veränderungen im Magen aus, die mit der Zeit zu Magengeschwüren führen können. Zornige Gedanken stimulieren Ihre Nebennierendrüsen. Erhöhter Adrenalinspiegel im Blut kann zu vielen Veränderungen im Körper führen. Angst- und furchtauslösende Gedanken beeinflussen Ihre Pulsfrequenz.
Ideen, die einen starken emotionalen Gehalt haben, erreichen fast immer das Unterbewußtsein, da dieses der fühlende Teil des Verstandes ist. Einmal akzeptiert, produzieren diese Ideen immer und immer wieder die damit verbundenen körperlichen Reaktionen. Um chronische negative körperliche Reaktionen aufzulösen oder zu verändern, müssen wir das Unterbewußtsein erreichen und die Idee umwandeln, die für die Reaktion verantwortlich ist. Dies kann mittels Hypnose erreicht werden.
Regel Nr. 2
Was der Verstand erwartet, neigt dazu einzutreten.
Das Gehirn und das Nervensystem reagieren auf Ihre Vorstellungen. Es ist dabei egal, ob die Vorstellung selbstinduziert ist oder von außen kommt. Die einmal geformte Vorstellung wird zur Blaupause, und Ihr Unterbewußtsein nutzt alle Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen, um den Plan auszuführen. Sich Sorgen zu machen ist eine Art, ein Bild dessen zu programmieren, was Sie nicht haben möchten, aber das Unterbewußtsein arbeitet daran, das Bild wahr werden zu lassen. Das, was Sie befürchten, tritt ein.
Viele Menschen leiden an chronischer Angst. Dabei handelt es sich ganz einfach um eine unbewußte Erwartung, daß ihnen etwas Schlimmes zustoßen wird. Andererseits kennen wir alle jemanden, dem alles gelingt. Was diese Person hat, ist nicht eine positive mentale Einstellung, sondern eine positive mentale Erwartungshaltung! Eine andere Art dies auszudrücken ist „Wir werden zu dem, was wir uns vorstellen“.
Ihre körperliche Gesundheit hängt zu großen Teilen von Ihrer mentalen Erwartungshaltung ab. Ärzte wissen, daß, wenn ein Patient erwartet, krank zu bleiben oder sogar zu sterben, der erwartete Zustand auch oft eintritt. Dies ist der Grund, warum Hypnose das Werkzeug sein kann, um Niedergeschlagenheit und negative Einstellungen zu entfernen und eine positive Erwartungshaltung bei Ihnen herbeizuführen.
Regel Nr. 3
Die Vorstellungskraft ist stärker als Wissen.
Dies ist eine wichtige Regel, an die Sie bei der Anwendung von Selbsthypnose denken sollten. Vernunft wird leicht durch die Vorstellungskraft überstimmt. Dies ist der Grund, warum manche Menschen sich blindlings in unvernünftige Situationen begeben. Gewaltverbrechen, die aus Eifersucht begangen werden, werden fast immer von einer überaktiven Vorstellung ausgelöst. Vorstellungen, die von einer starken Emotion wie Ärger, Haß, Liebe oder unseren politischen oder religiösen Ansichten begleitet werden, lassen sich normalerweise nicht durch Argumente ändern. Durch Hypnose können Sie Vorstellungen im Unterbewußtsein, der Gefühlsebene Ihres Verstandes, formen und alte Konzepte entfernen, verändern oder verbessern.
Regel Nr. 4
Wenn eine Überzeugung vom Unterbewußtsein akzeptiert worden ist, dann bleibt sie dort, bis sie von einer anderen Überzeugung ersetzt wird.
Die Begleitregel dazu lautet: Je länger eine Überzeugung besteht, desto schwieriger wird es, sie gegen eine neue Überzeugung auszutauschen. Sobald Sie eine Überzeugung akzeptiert haben, neigt sie dazu, eine feste Gewohnheit im Denken zu werden. So entstehen Gewohnheiten. Erst kommt der Gedanke und dann die Handlung. Beispielsweise glauben manche Menschen, daß sie in Krisenzeiten etwas Alkohol oder eine Beruhigungspille benötigen, um ihre Nerven zu beruhigen, damit sie effektiv funktionieren können. Das stimmt zwar nicht, aber die Überzeugung besteht und ist eine fixe Idee geworden. Es wird immer Widerstand geben, wenn man versucht, diese Idee durch eine korrekte Vorstellung zu ersetzen. Aber egal wie fest eine Idee verankert sein mag oder wie lange sie schon besteht, Sie können sie mit Hilfe von Hypnose ändern.
Regel Nr. 5
Jede Suggestion, die befolgt wird, senkt den Widerstand für nachfolgende Suggestionen.
Einer mentalen Gewohnheit ist um so einfacher zu folgen, je länger sie ungebrochen andauert. Sobald sich eine Gewohnheit gebildet hat, ist es einfacher, ihr zu folgen und schwieriger, sie zu brechen. In anderen Worten, sobald eine Suggestion von Ihrem Unterbewußtsein akzeptiert worden ist, wird es einfacher für weitere Suggestionen, akzeptiert und befolgt zu werden. Dies ist der Grund, warum es sehr effektiv ist, in Hypnose Suggestionen wieder und wieder zu wiederholen (Compounding). Bühnenhypnotiseure kennen diese Regel schon seit langer Zeit.
Regel Nr. 6
Ein emotional bedingtes Symptom neigt dazu, organische Veränderungen herbeizuführen, wenn es lang genug anhält.
Viele angesehene Mediziner sind inzwischen der Ansicht, daß mehr als siebzig Prozent aller menschlichen Erkrankungen funktionelle Ursachen haben und keine organischen. Dies bedeutet, daß die Funktion eines Organs oder eines anderen Teils des Körpers durch eine Reaktion des Nervensystems auf negative Vorstellungen aus dem Unterbewußtsein gestört wird. Sie sind ein Verstand in einem Körper, und beide können nicht getrennt werden. Darum wird, wenn Sie weiterhin schlechte Gesundheit fürchten und dauernd über Ihren „nervösen Magen“ oder „Spannungskopfschmerz“ klagen, mit der Zeit auch eine organische Veränderung eintreten.
Regel Nr. 7
Je größer die bewußte Anstrengung ist, um Veränderungen im Unterbewußtsein herbeizuführen, desto geringer ist die Antwort des Unterbewußtseins.
Dies ist der Beweis dafür, daß Willenskraft nicht wirklich existiert! Wenn Sie mal unter Schlaflosigkeit gelitten haben, dann kennen Sie den Effekt, daß Sie um so wacher werden, je mehr Sie zu schlafen versuchen. Je mehr Sie es versuchen, desto schwieriger wird es einzuschlafen und desto wacher werden Sie.
Die Regel lautet, wenn es um das Unterbewußtsein geht, lassen Sie es ruhig angehen. In dem Maße, wie Ihr Vertrauen in Ihr Unterbewußtsein steigt, lernen Sie, es geschehen zu lassen statt es erzwingen zu wollen. Manche Leute möchten so dringend in Hypnose gehen, daß sie zu helfen versuchen, damit es klappt. Dies bewirkt, daß das Bewußtsein aktiv bleibt und es unmöglich wird, eine Trancetiefe zu erreichen, in der man sinnvoll arbeiten und effektive Veränderungen herbeiführen kann.
Hypnose und Hypnosetherapie
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