Kurze Geschichte der Hypnose


Hypnose läßt sich über 4.000 Jahre zurückverfolgen, bis ins Alte Ägypten. Auch im Indien und Griechenland des Altertums war die Hypnose bekannt. In Ägypten gab es sogenannte Schlaf- oder Traumtempel, um Leute mit allen Arten von körperlichen und mentalen Problemen in einen tranceartigen oder hypnotischen Zustand zu versetzen und darüber zu heilen. Priester und Priesterinnen interpretierten dann die „Träume“, um Wissen über die Krankheit zu erlangen und eine Heilung zu ermöglichen. Meditation, Gesänge, Fasten, Bäder und Opfer für den Schutzgott oder andere Geistwesen waren oft Teil des Heilungsprozesses.


Im späten 18. Jahrhundert hatte der österreichische Arzt Franz Anton Mesmer die Theorie, die Luft enthalte ein quasi-magnetisches „Fluidum“, das von unserem Nervensystem absorbiert werde. Sei der Fluß dieses magnetischen Fluidums im Blut und im Nervensystem blockiert, so führe dies zu Krankheit. Er glaubte, daß dieses „kosmische Fluidum“ in Magneten gespeichert und auf Patienten übertragen werden könne, um sie von ihrer Krankheit zu heilen. Seine Patienten gingen  während seiner Behandlungen regelmäßig in einen tiefen Trancezustand und er hatte eine Zeitlang große Heilerfolge. Seine Theorie der Hypnose wurde bekannt als „animalischer Magnetismus“ oder „Mesmerismus“.


Mitte des 19. Jahrhunderts war diese Theorie als falsch entlarvt worden und Hypnose wurde langsam als natürliches und normales Phänomen verstanden. James Braid wird oft als erster wahrer Hypnotiseur der Neuzeit gesehen, da er seine Ansicht veröffentlichte, daß Hypnose nichts mit Magnetismus zu tun habe, sondern ein physiologischer Prozeß sei, der zu einem Schlaf des Nervensystems führe. 1842 prägte er den Begriff der Hypnose, abgeleitet von Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafes. Braid erkannte bald, daß es sich bei der Hypnose nicht um einen Schlaf handelt und versuchte, eine andere Bezeichnung durchzusetzen, aber zu spät. Der Begriff der Hypnose hatte sich schon zu weit verbreitet und blieb haften.


Im frühen 20. Jahrhundert identifizierte der österreichische Neurologe Sigmund Freud den Teil des Verstandes, der jetzt als Unterbewußtsein bezeichnet wird. Bei seinen Beobachtungen an Patienten in Hypnose erkannte er, daß unterdrückte Erinnerungen im Unterbewußtsein viele psychische Erkrankungen hervorrufen können.


Während des Amerikanischen Bürgerkrieges (1861-1865) wurde Hypnose das erste Mal umfassend von Ärzten zur Schmerzkontrolle eingesetzt, indem sie die natürliche Fähigkeit des Verstandes nutzten, um Anästhesie hervorzurufen. Zum gleichen Zweck wurde die Hypnose von amerikanischen Ärzten auch während des Ersten und Zweiten Weltkrieges und während des Koreakrieges eingesetzt, sowie zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen.


Der Mann, der Hypnose für medizinische Zwecke auf ein Level bis dahin unbekannter Effektivität und Erfolge brachte, war Dave Elman (1900-1967). Elmans Definition der Hypnose, Hypnose ist die Umgehung des kritischen Faktors des Bewußtseins und Zulassen von akzeptablem selektivem Denken, ist unter professionellen Hypnotiseuren immer noch weit verbreitet und besonders treffend. Obwohl selbst ein medizinischer Laie, gibt es bis heute niemanden, der mehr Ärzte, Zahnärzte und Psychologen im Gebrauch der Hypnose unterrichtet hat als Elman. Seine Technik der schnellen Hypnoseeinleitung mit eingebauten versteckten Tests auf Trancetiefe gehört auch heute noch zu den effektivsten Induktionen. Elmans Techniken der Hypnoanalyse („Regression to cause and fix it!) sind auch im 21. Jahrhundert hochaktuell und stellen vieles, was heutzutage als „moderne Hypnose“ verkauft wird, an Effektivität weit in den Schatten.


Und das bringt mich zu den von mir primär angewandten Methoden.

Hypnose und Hypnosetherapie

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